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Im Zirkus voneinander lernen E-Mail

„Das ist ja besser als Unterricht, so toll hätte ich mir das nicht vorgestellt, das macht super viel Spaß.“ Das sind nur einige der Aussagen der Schüler der Klasse 3 a der Grundschule Karlstadt und des Modoclubs der Ganztagesbetreuung am Leo-Weismantel-Förderzentrum, die in dieser Woche beim Schulprojekt des „Circus Mumm“ und des Kreisjugendamtes in Mühlbach dabei sind.

Ein lang gehegter Wunsch geht in Erfüllung, so der Kreisjugendpfleger Bernhard Metz: „Eine Klasse einer Regelschule trainiert zusammen mit Förderschülern.“ Eigentlich aufgrund eines Zufalles kam die integrative Kooperation zustande. So war das Schulprojekt eigentlich schon seit langem ausgebucht, musste jedoch eine Klasse kurzfristig absagen.

Nach einem kurzen Telefonat mit dem Projektbegleiter des Modoclubs Uwe Breitenbach und kurzen Überlegungen signalisierte das pädagogische Team der Ganztagesbetreuung unter der Leitung von Sozialpädagogin Karin Höhn ihre Bereitschaft, am Zirkusprojekt teilzunehmen.

Und dann lief generalstabsmäßig eine Kette von Organisations- und Logistikmaßnahmen an: Mit Schulleiter Burkard Betz vom Förderzentrum und den Lehrern mussten Absprachen wegen des Unterrichtsausfalls und der Hausaufgaben getroffen werden, mit den Eltern die neuen Zeiten des Heimkommens und der Abholung nach den Vorstellungen geplant werden und nicht zuletzt war auch die Finanzierung zu klären. Der Lionsclub und der Jugendförderkreis Main-Spessart haben spontan finanzielle Unterstützung zugesagt.

Spannung war dann bei allen angesagt, als die Grundschüler mit ihrer Lehrerin Barbara Burkard und die Modoclub-Schüler zum ersten Mal in der Manege saßen. „Es war für unsere Kinder überhaupt kein Problem, mit den Förderschülern zusammen in einer Gruppe zu trainieren“, resümierte Barbara Burkard nach den ersten Einheiten. „Von ihrer besten Seite haben sich auch die Modoclubkids gezeigt“, ergänzte Karin Höhn vom Modoclub.

Da die Ganztagesschüler aus verschiedenen Klassen der Hauptschulstufe kommen, konnten sie nicht den ganzen Vormittag unterrichtsfrei bekommen, sondern trainieren erst nach einem verkürzten Schultag auf dem Gelände. Die Grundschüler hingegen können am Vormittag schon eine Trainingseinheit mehr absolvieren.

Hier musste das Team von Hagi Blickle und Katrin Weithaus vom „Circus Mumm“ ihre Organisationstalent und pädagogisches Geschick unter Beweis stellen. Gekonnt teilten sie die knapp 50 Schüler in nach Interesse und Talent strukturierte Trainingsgruppen ein. Hier wurde dann jeden Tag mit Diabolos, dem Drahtseil, bei Akrobatik oder Fakiren, Artistik auf der Leiter, Seilspringen oder dem Trampolin geübt.

Durch die Erfahrungen der in der Zirkuspädagogik können Selbstbewusstsein, Teamfähigkeit, Herausforderungen sowie auch das Erkennen der eigenen Grenzen bewusst wahrgenommen werden. Hier konnten auch sowohl Grundschüler als auch die Leo-Weismantel-Schüler voneinander lernen.

Jetzt hoffen die Kinder natürlich voller Spannung auf viele Gäste bei der Vorstellung an diesem Freitag um 19 Uhr und am Samstag um 14 Uhr im Zirkuszelt in Mühlbach, um mit viel Applaus den Lohn ihrer Mühen zu erhalten. (ub) Quelle: Main-Post

 
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